Deiche, Auen, Kernkraft und Römerburg
Wanderung im Hessischen Ried von Lampertheim nach Gernsheim
Wann: Sonntag, 16. August 2026
Abfahrt und Treffpunkt: 09:00 Uhr in Groß-Zimmern in der Bahnstraße, in Höhe der Volksbank
Rückkehr in Groß-Zimmern, ca. 18:00 Uhr
Streckenlängen: 18.6 km , 14.2 km, und 12.2 km, zur Auswahl, keine nennenswerten Höhenmeter
Fahrtkosten: 18 € für OWK-Mitglieder, 20 € für Nichtmitglieder
Einkehr zur Schlussrast ca. 16:00 Uhr: Gaststätte steht noch nicht fest!
Anmeldung: bis Mittwoch, 12. August 2026 über
E-Mail: info@odenwaldklub-gross-zimmern.de (bevorzugt)
oder per Telefon: 06071-43173 (Norbert Kaiser)
Auf viele Wanderlustige freuen sich eure Wanderführer
Helmut Kriha, Harald Dreher und Michael Höfs
GPS-Track zum Download:
Download der Datei „Rhein_von-Worms-nach-Gernsheim_L-M-K.gpx“
und/oder
Wanderstrecke auf Open-Streetmap-Karte ansehen.
Wegbeschreibung
Alle Wanderungen führen über die Burg Stein, eine von der Römerzeit bis ins Spätmittelalter befestigte Anlage, die an der Weschnitzmündung liegt und uns mitten im Wald als wunderbarer Rastplatz dienen wird.
Die anschließenden 8.8 km von dort bis Gernsheim führen am Ex-KKW Biblis vorbei und dann durch die Hammer Au immer am Rhein entlang. Diese Strecke wird von allen Gruppen gelaufen.
Eine zweite Rast ist einige km vor Gernsheim angedacht.
In Gernsheim am Fährhafen gibt es drei Möglichkeiten zur Einkehr, welche infrage kommen wird erst geprüft.
Burg Stein im Sommer 2016
Die Kurzstreckler laufen von Wattenheim aus 3.4 km erst durchs Feld und dann auf dem hohen Weschnitzdamm zur Burg Stein.
Die Mittelstreckler laufen von Nordheim aus 2.2 km die alte NATO-Straße durchs Feld bis zum Lindenhof am Rhein. Dort steigen sie hinab in das Bett des zur Hälfte ausgetrockneten Flusses und laufen ca. 900 m auf seinem Grund bis zum Nordheimer Fährturm. Die Kies- und Muschelbänke sind fest und gut begehbar.
Die Langstreckler steigen an dem historischen Wehrzollhaus bei Rosengarten, dem westlichsten Stadtteil von Lampertheim kurz vor der Wormser Rheinbrücke aus dem Bus und durchqueren 6,1 km das Naturschutzgebiet Maulbeeraue. Der gut begehbare Feldweg führt längs des Rheins bis zum Lindenhof. Von dort geht es wie oben beschrieben durchs Flussbett und über die neue NATO-Straße weiter bis zur Burg Stein.
Alle Wege längs des Rheins sind mit Pappeln gesäumt und wir werden ausreichend Schatten haben, aber viele Bäume haben jetzt schon Hitzestress und werfen die Blätter ab.
Burg Stein
Unweit der Weschnitz-Mündung befindet sich die "Burg Stein", eine Römische Ausgrabungsstelle.
Da der Limes bereits um 260 n. Chr. gefallen war, und sich die Römer eigentlich auf die linke Rheinseite zurückgezogen hatten, errichteten sie trotzdem rechtsrheinisch einige Kleinfestungen - Burgus genannt - zur Sicherung der Einfluss- und Pufferzone und zur Landung von Kriegs- und Transportschiffen. Der vermutlich dreistöckige römische Burgus wurde 1970 zufällig entdeckt als man nach den Resten der karolingischen Besiedlung grub. Um 410 n. Chr. gaben die Römer ihren rechtsrheinischen Einfluss endgültig auf.
Burg Stein im Sommer 2026
„Ich hab’ den Vater Rhein in seinem Bett geseh’n“
an dieses Lied werden die Wanderer am 16. August sich vielleicht mit einem kleinen Schrecken erinnern. Denn die Fortsetzung des Liedes, „ja der hat’s wunderschön“ wird angesichts der gegenwärtigen Trockenheit niemand in den Sinn kommen. Denn Hitze, Trockenheit und kaum Regen bringen Deutschlands wichtigste Wasserstraße in Not und die Pegel nähern sich dem Rekordniedrigstand vom Oktober 2018. Und der könnte sogar noch unterschritten werden und sich dem Stand im „Jahrtausendsommer 1540“ nach elf Monaten Mega-Dürre ohne Regen nähern. Laut Überlieferungen konnte damals der Fluss an vielen Stellen zu Fuß oder mit einem Pferd durchquert werden.
Weschnitz Pegel an Mündung in Rhein
Weschnitz und Rheinhauptdeich
Weghäusel
stillgelegtes Kernkraftwerk Biblis
stillgelegtes KKW Biblis
Unmittelbar hinter der Weschnitzmündung stehen die beiden einst weltweit leistungsstärksten Kernkraftwerke ca. 1200 MW (Biblis Block A) und ca. 1300 MW (Biblis Block B) auf dem Altenteil. Die radioaktiven Brennstäbe wurden in der Wiederaufarbeitung in Sellafield (GB) aufgearbeitet und im November 2020 in 6 CASTOR-Behältern in einem separaten Brennelemente-Zwischenlager auf dem Gelände untergebracht. Dort lagern diese nun und müssen unter hohen Sicherheitsanforderungen überwacht werden und darauf warten, dass man sich irgendwann auf ein Endlager einigen kann.
KKW Biblis, Kühlwasserauslauf