Wanderung auf dem Burgensteig ab Eberstadt
von Burg zu Burg durch den bunten Novemberwald
Wann: Sonntag, 15. November 2026
Abfahrt und Treffpunkt: 09:00 Uhr in Groß-Zimmern in der Bahnstraße, in Höhe der Volksbank
Rückkehr in Groß-Zimmern, ca. 18:00 Uhr
Streckenlängen: 13.6 km (630↑), 10.5 km (400↑), und 7.5 km (200↑), zur Auswahl
Fahrtkosten: 15€ für OWK-Mitglieder, 18€ für Nichtmitglieder
Einkehr zur Schlussrast ca. 15:00 Uhr im „Café Restaurant Villa Journal“ in Jugenheim, Sandmühlstraße 15, 64342 Seeheim-Jugenheim
Eine Speisekarte kann über den folgenden Link heruntergeladen werden:Villa Journal Speisekarte
Anmeldung: bis Mittwoch, 11. November 2026 über
E-Mail: info@odenwaldklub-gross-zimmern.de (bevorzugt)
oder per Telefon bei Familie Kaiser 06071 43173
Auf viele Wanderlustige freuen sich eure Wanderführer
Helmut Kriha, Norbert Kaiser und Manfred Maiwald
GPS-Track zum Download:
Download der Datei „2026-11-15_Burgensteig_L-M-K.gpx“
und/oder
Wanderstrecke auf Open-Streetmap-Karte ansehen.
Wegbeschreibung
Die Gruppe mit der Langstrecke mit den sportlichen Wanderern, beginnt ihre Wanderung an der Ecke Isselstraße/Frankensteiner Straße in Eberstadt, folgt der Frankensteiner Straße südwärts bis zu deren Ende mit der historischen Sehenswürdigkeit Eysenbach-Brunnen. Von dort folgt die Gruppe dann dem Wanderzeichen Burgensteig nach Jugenheim. Zuerst geht es steil hoch auf etwa 400 m Höhe vorbei an der Burg Frankenstein.
Burg-Frankenstein
Danach geht es wieder abwärts vorbei an den berühmten Magnetsteinen zu dem 10-Wege-Punkt mit der Ernst-Ludwigs-Hütte.
Felsformation Magnetsteine
Von dort geht es bis an den Rand von Seeheim mit dem Blick auf den Schlosspark und das Seeheimer Schloss – leider inzwischen so zugewachsen, dass man eigentlich nichts mehr sieht. Allerdings lädt die dortige „Teehäuschen Hütte“ – eine historische Sehenswürdigkeit - ein zu einer Rast auf etwa der halben Strecke.
Weiter geht es nach Querung der Ober-Beerbacher-Straße vorbei an dem Tagungshotel „Lufthansa Seeheim“ und den „Fünfschwesternlinden“ hinauf zur „Burgruine Tannenberg“, die mit herrlicher Aussicht auf Eberstadt ebenfalls zu einer Rast einlädt.
Aussicht von der Burgruine Tannenberg auf die Rheinebene und Darmstadt
Weiter geht es auf dem Burgensteig erst mal hinab nach Jugenheim. Nach Überquerung der Straße „Stettbacher Tal“ geht es hinauf zum nächsten Höhepunkt dem „Schloss Heiligenberg“ mit der angrenzenden „Ruine der Klosterkirche“, der uralten mit Pfählen gestützten „Zentlinde“, dem „Goldenen Kreuz“ und der „Gedächtniskapelle“ mit Aussicht auf Jugenheim.
Schloss Heiligenberg Schlosshof
In Serpentinen geht es von dort wieder hinab nach Jugenheim, wo unser Weg den Burgensteig verlässt und zur Schlusseinkehr im „Café Villa Journal“ in der Ludwigstraße führt.
Gaststätte Café Villa Journal
Die Gruppe mit der Mittelstrecke wird von Eberstadt mit dem Bus hoch bis zum Parkplatz vor der Burg Frankenstein gefahren und beginnt ihre Wanderung von dort auf demselben Weg wie für die Langstreckler oben beschrieben.
Die Genießergruppe wird vom Bus anschließend ins Zentrum von Seeheim gefahren zum „Georg Kaiser Platz“ und beginnt ihre Wanderung an dem sehenswerten Brunnen „die lustigen Zeitgenossen“ im Schulpädsche. Von dort geht es vorbei an der „Laurentius Kirche“ und entlang der „Villastraße“ bis zum „Goldschmidts Park“ mit dem angrenzenden „Lufthansa Hotel“.
Von Seeheim geht die Strecke dann an der Höhe entlang bis nach Jugenheim und verläuft von dort ein kleines Stück auf dem Burgensteig hoch zum „Schloss Heiligenberg“ und wieder hinab nach Jugenheim zur Schlusseinkehr.
Seeheim, Brunnen „Die lustigen Zeitgenossen“
Der Burgensteig ist ein Wanderweg mit zahlreichen geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten entlang des Weges zu denen einiges an Wisseneswertem folgt:
Burg Frankenstein
Die Burg Frankenstein - eine mittelalterliche Burgruine erbaut im 13. Jahrhundert - ist ein beliebtes Ausflugsziel. Von dieser nördlichsten Burg des Odenwaldes bietet sich eine herrliche Aussicht in die Rheinebene und über die Stadt Darmstadt.
Über das Buch „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ der Engländerin Mary Shelley, in dem sie Dr. Viktor Frankenstein einen künstlichen Menschen erschaffen lässt, der zum Monster und Synonym für das Grauen schlechthin wird, hat es der Name der Burg zu einer internationalen Bekanntheit gebracht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Darmstadt amerikanische Soldaten stationiert, auf die der Name der Burg magisch gewirkt haben muss. Nach einer Sendung des AFN von der Burg, in der die Ruine als „the real home of the monster“ dargestellt wurde, gab es seit 1976 auf der Burg Frankenstein jährlich ein Gruselspektakel zu Halloween und die Burg wurde zu einer regelrechten Pilgerstätte für alle Gruselbegeisterten. Erst mit dem Start umfassender Sanierungsarbeiten im Jahr 2023 fand dies ein Ende.
Burg Frankenstein
Brohmfels
Magnetsteine
Zu den Magnetsteinen gehören mehrere Klippen und Felsgruppen entlang der Kammlinie des IlbesBergs. Man findet verschiedene verkippte Feldrichtungen, die eine Kompassnadel um bis zu 30° ablenken. In der Nähe der Felsen wird unregelmäßig einmal der postive, ein andermal der negative Pol der Magnetnadel angezogen. 1808 wurde diese magnetische Anomalie erstmals in einer Fachzeitschrift erwähnt und seitdem sind die Steine ein beliebtes Ziel von Geologen und Mineralogen.
Die Magnetsteine sind seit 1932 eingestuft als Naturdenkmal. Bis heute ist der Ursprung des Magnetismus an der Felsformation nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass starke Blitzschläge den Bergrücken magnetisiert haben. Dabei wurde das Gestein sehr stark erhitzt und es entstand ein Stromfluss. Bei der Abkühlung wurde dann das aktuelle Magnetfeld gespeichert („eingefroren“).
Schlosspark in Seeheim mit Schloss
Die Parkanlage am östlichen Hang Seeheims wurde bereits 1791 von dem Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Schulz im Stil italienischer Villengarten entworfen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Park von Großherzog Ludewig I. von Hessen zu einem englischen Landschaftspark mit Baumgruppen, Rasenflächen, Grotten sowie mit einer Lindenallee und Sichtachsen umgestaltet.
Der Park und Schloss diente anfangs der großherzoglichen Familie als Rückzugsort für die Sommermonate. Später wurden Schloss und Park vernachlässigt. Das großherzogliche Schloss verfiel und in der Folge stand es nach einem Brand kurz vorm Abriss.
Im Jahre 2004 wurde es aber durch einen Investor denkmalgerecht saniert und ist im Besitz einer privaten Eigentümergesellschaft. Der Park mit imposantem Baumbestand ist bis heute weitgehend erhalten und öffentlich zugänglich.
Schlosspark Seeheim Teehaeuschen
Burgruine Tannenberg
Von dem Info-Schild „GEO-NATURPARK BERGSTRASSE-ODENWALD“ an der Burg erfahren wir Wissenswertes über die Geschichte der Burg.
Burgruine Tannenberg
Um das Jahr 1200 vertraute Kaiser Heinrich VI. seinem Reichskämmerer Kuno I. von Münzenberg das Amt Seeheim an. Zu den Obliegenheiten zählten u. a. Steuerverwaltung, niedere Gerichtsbarkeit und Schutz der Bevölkerung.
Um den Amtssitz standesgemäß zu betreiben, errichtete die Familie in den folgenden Jahren eine wehrhafte Burg auf dem Tannenberg, von der die Fundamente der Gebäude und Mauern noch erhalten sind.
Nachdem der letzte Münzenberger 1255 kinderlos verstarb, erbten seine 7 Schwestern und in der Folge gab viele Nacherben. Von diesen verlegte sich 1395 Hartmut von Kronberg auf räuberische Aktivitäten und überfiel Kaufmannszüge, die die Bergstraße als Handelsweg nutzten.
Ein Heer, aufgestellt von einer Allianz aus Städten und Fürstentümer, machte dem dann im Jahre 1399 ein Ende und zerstörte die Burg vollständig.
Im Jahr 1849 beauftragte Großherzog Ludwig III Ausgrabungen auf dem Tannenberg, ließ die Funde wissenschaftlich und bildlich beschreiben und übergab sie dem Landesmuseum Darmstadt. Die Ruine selbst verfiel weiter, bis seit 1972 ein Arbeitskreis des Heimat- und Verschönerungsvereins Seeheim mit begeisterten Helfern erfolgreich die Mauerreste saniert, um das Kulturdenkmal zu erhalten. Der Museumsverein sammelt die archäologischen Funde und präsentiert sie im Bergsträßer Museum Seeheim-Jugenheim.
Schloss Heiligenberg
Schloss Heiligenberg liegt etwa 120 m über Jugenheim auf einem vorgelagerten Hügel. Ein ehemaliges Hofgut an dieser Stelle wurde 1827 von Wilhelmine von Baden, der Ehefrau des Erbgroßherzogs Ludwig II. erworben und zu ihrem Sommersitz ausgebaut, den sie jedoch nur wenige Jahre bis zu ihrem frühen Tod genießen konnte.
Nach ihrem Tod heiratete ihre Tochter Marie heiratete den Zarewitsch Alexander II. von Russland, den späteren Zaren. In der Folge erlebte das Schloss im 19. Jahrhundert durch die untereinander verwandten russischen, englischen, spanischen und hessischen Dynastien eine glanzvolle Zeit. Hier fand Politik und Diplomatie auf europäischer Ebene statt.
Schloss Heiligenberg, Klosterruine
Schloss Heiligenberg, Goldenes Kreuz
Das Goldene Kreuz ; von dem Info-Schild erfahren wir:
das 1866 eingeweihte Goldene Kreuz wurde nach dem Tod von Großherzogin Wilhelmine (1836) von ihren überlebenden Kindern eingerichtet. Es erinnert an den Lieblingsplatz der Großherzogin, wo sie den herrlichen Blick über die Rheinebene genoss. Das gusseiserne Kreuz ist rund acht Meter hoch und 3.5 m breit. Gestaltet wurde das Kreuz von dem Darmstädter Künstler Johann Baptist Scholl. Das Wahrzeichen Jugenheims und den Heiligenbergs wurde 1998 vergoldet.
Schloss Heiligenberg, Zentlinde
Von dem Infoschild erfahren wir:
die Zentlinde ist vermutlich mehr als 800 Jahre alt. Unter ihrer mächtigen Krone wurde Jahrhunderte lang Gericht gehalten. Zentgerichte mussten damals unter freiem Himmel und im Schatten einer Linde stattfinden. Die Verhandlungen begannen immer am frühen Vormittag, weil ein Eid nur bis zwölf Uhr abgenommen werden durfte. Die Linde ist seit 1939 nach dem damaligen Reichsnaturschutzgesetz als Naturdenkmal ausgewiesen.
Schloss Heiligenberg Klosterkirche